Für mehr öffentliche Wertschätzung

Pflege Gesprächskreis von Seniorenbeirat u. Markuskirche für Angehörige am 12. Dezember

Die Alzheimer- Krankheit und ihre Auswirkungen sind Thema im Gesprächskreis für pflegende Angehörige in Butzbach, den der Seniorenbeirat und das Familienzentrum der evangelischen Markus-Kirchengemeinde Butzbach im September ins Leben gerufen haben. Treffpunkt ist jeden zweiten Mittwoch im Monat im Haus Degerfeld in Butzbach, Pohl-Gönser Straße 15 in der Zeit von 16.00 – 17.30 Uhr. Die beiden nächsten Termine sind der 12. Dezember u. der 9. Januar.

Interessierte erfahren weitere Einzelheiten bei Pfarrer Christoph Baumann ( Tel. 06033/ 64882 ) und Dr. Ina Weiß (Tel. 06447/ 8867211). Eine rechtzeitige Nachfrage bei der ,,Nachbarschafts – hilfe (Tel. 06033/ 995155) kann für die Zeit der Teilnahme am Gesprächskreis die fachkundige Betreuung  des erkrankten Familienangehörigen oder Freundes garantieren.
Jeder ist zum Gesprächskreis willkommen und kein Problem, keine Frage und keine Meinung sind so unwichtig, als dass sie nicht vorgetragen werden sollten, betonte Weiß. Dass dabei der Schutz der Privatsphäre der Teilnehmer und ihrer Angehörigen einen wichtigen Stellenwert hat, sei selbstverständlich. Der Gesprächskreis ersetze zwar keine Arztgespräche und sei auch kein therapeutischer Ratgeber. ,, Dennoch bietet er für Ratsuchende in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten  mentale Unterstützungen und begleitende Problemlösungen an.
Die meisten Teilnehmer hätten gleiche oder ähnliche Belastungen zu tragen. ,, es gibt auch ,keinen  Grund, sich vielleicht schämen zu müssen, weil man über allzu Menschliches spricht.“

Der Verein Alzheimer Forschung Initiative geht davon aus, dass gegenwärtig circa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland mit der Alzheimer- Krankheit leben, berichtet Weiß. Solange keine wirksame Therapie gefunden sei, gründe sich auf soliden Berechnungen die Schlussfolgerung, dass bei jährlich rund 200 000 Neuerkrankungen im Jahr 2050 von rund drei Millionen Alzhei – mer- Patienten die Rede sein wird, so der Verein.
In einer repräsentativen  Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach,  ,, berichtet jeder Zweite, einen Alzheimer-Patienten persönlich zu kennen“. Auch damit weist die Initiative in ihren Publikationen auf die Brisanz des nunmehr gesellschaftlichen Themas hin.

Aus unterschiedlichen Gründen können , wollen oder sollen nicht alle Betroffenen in einer Heimunterbringung versorgt und später gepflegt werden. Deshalb sei die Suche nach neuen, zeitgemäßeren Lösungen nicht nur geboten, sondern auch von besonderer Dringlichkeit.,, Aber ganz gleich, welche Wohn-und Unterbringungsformen gegenwärtig und zukünftig gefunden werden, Familien und Freunde sind immer zuallererst nach einer gesicherten Diagnose gefordert, sich mit den Auswirkungen dieser Krankheit auseinanderzusetzen und nach akzeptablen Möglichkeiten zu suchen, ihre Angehörigen und Freunde auf diesem, manchmal sehr langen Weg zu begleiten“. Die Maxime aller sollte dabei stets sein: Auch mit der Diagnose Alzheimer ist und bleibt das Leben lebenswert.
Wie in vielen anderen Ländern auch bildeten in Deutschland Familienangehörige und Freunde den zahlenmäßig größten Pflegedienst,der mit großer Kraftanstrengung u. Aufopferung Tag für Tag betreuerische u. pflegerische Aufgaben wahrnehme. Viele staatliche Hilfen wirkten dabei mit unterschiedlichen Angeboten im personellen und materiellen Bereichen unterstützend.
,, Dennoch müssen wir im Kleinen wie im Großen weitere Möglichkeiten erschließen, um dabei auch das Wohl der Pflegenden zu erhalten, zu schützen und da, wo es ins Wanken geraten ist, derwiederherzustellen“. Bei allem Wissen um das Problem Pflege werde die ,, großartige, oft im Stillen geleistete individuelle Pflege von Angehörigen und Freunden in der öffentlichen Meinung lange nicht so beachtet und wertgeschätzt, wie es jeder,der pflegt, verdient hätte“, so Weiß.

Quelle Butzbacher Zeitung