Apotheken-Notdienst bleibt wie er ist

Landesapothekenkammer hat Resolution abgelehnt.

Auch 1100 Unterschriften haben nichts genutzt. Die Landesapothekenkammer hat inzwischen die Resolution der Stadtverordnetenversammlung für die Einrichtung eines lokalen Butzbacher Apothekennotdienstes abgelehnt. Das teilte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Matthias Görlach auf BZ-Anfrage mit. Er zeigte sich enttäuscht über die Antwort der Kammer, die sich auf die Beachtung der geltenden Gesetze und der Rechtsprechung beruft.

Die Vorsitzende des Butzbacher Seniorenbeirates Hildegard Wodni, war ebenfalls enttäuscht. Aufgrund verschiedener Anregungen aus der Bevölkerung hatte der Beirat Unterschriften gesammelt und diese dann dem Stadtverordnetenvorsteher zur Weiterleitung an die Apothekenkammer Hessen überreicht. Stadtverordnetenversammlung und Magistrat unterstützten die Aktion des Seniorenbeirats.

Bei allem Verständnis für die zeitliche Belastung der Apotheker müsse es doch möglich sein, so Görlach, die Notdienst-Bereitschaft im städtischen Raum zu organisieren. Dies sei in früheren Jahren auch möglich gewesen. ,, Die Kompromissweise kann man ja darüber reden, ob nicht zumindest der Radius der beteiligten Apotheken eingegrenzt werden könnte. Dann können die nach Görlachs Auffassung gerade für ältere Menschen nicht zumutbaren Entfernungen reduziert werden.

Ich kann es mir nicht verkneifen darauf hinzuweisen, dass die Tierärzte in der Stadt es leisten können, dass auch am Wochenende einer von ihnen für Notfälle bereitsteht. Das sollte, bei vergleichbarer Anzahl, doch auch den Apotheken möglich sein. Dazu kommt laut Stadtverordneten-vorsteher, dass die Rechenbeispiele der Kammer von nur einem ,, führungsberechtigten Apotheker ausgehen, was schlichtweg nicht den Tatsachen entspreche.

Die Kammer hatte mitgeteilt, dass 30 Apotheken in Butzbach und Umgebung zur Verfügung stünden. Alle 13 Tage ist jeweils eine Gruppe von 3 Apotheken des Bereichs notdienstbereit. Jeder Apothekenleiter müsse somit auf das Jahr bezogen rund 28 dieser 24-stündigen Notdienste leisten. Würden die vier Butzbacher Apotheken aus diesem Turnus herausgenommen, steigere sich die Belastung für die übrigen. Und der Apothekenleiter sei zur persönlichen Führung der Apotheker verpflichtet.

Im Rechenbeispiel der Landesapothekerkammer hätten die Apothekenleiter aus Butzbach ,, gerade einmal 13 Sonntage frei, bei ansonsten durchgehender Dienstbereitschaft“. Dies sei eine unverhältnismäßige Belastung. Wolle der Apothekenleiter eine Vertretung einsetzen, müsse er diese vergüten, ,, was angesichts der Einnahmen im Not-und Nachtdienst eine unverhältnismäßige finanzielle Belastung darstellt“, schreibt die Kammer.

Die Organisation weist in ihrer Stellungnehme darauf hin, dass die zur Verfügung stehenden 30 Apotheken in einem Radius von sechs bis 15 Straßenkilometer zu erreichen seien. Darüber hinaus seien Apotheken in Lang-Göns oder Niederkleen in kurzer Distanz von sieben bis neun Kilometer erreichbar. Selbst in Frankfurt müssten Patienten fünf bis elf Kilometer bis zur nächsten Notdienstapotheke fahren.